Schlag ins Gesicht für alle Beteiligten – Tennet erteilt Kompaktmasten Absage

Nach aktuellen Planungen sollen Vollwand-Kompaktmasten auf der 380-kV-Trasse CCM nicht kommen

380 kV-Kompaktleitung Wesel-Niederlande © Europoles 380 kV-Kompaktleitung Wesel-Niederlande © Europoles
Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat nach einer Vorstandssitzung der CDU-Bundestagsabgeordneten Silvia Breher jetzt mitgeteilt, dass es auf der Strecke der 380-kV-Leitung Conneforde-Cloppenburg-Merzen keine Vollwand-Kompaktmasten geben wird. Dazu erklärt Silvia Breher:

„Ich hatte wirklich gedacht, dass Tennet die Bedeutung von Kompaktmasten für die Menschen in der Region verstanden hätte. Gemeinsam mit allen Beteiligten wurde schließlich diese Lösung vor Ort erarbeitet.

Vor allem enttäuscht mich zutiefst, dass Tennet nicht zu seinem Wort steht. Im Sommer hatte Tennet am Runden Tisch in Cloppenburg offiziell verkündet, den Einsatz von Kompaktmasten in Angriff zu nehmen, sofern die regulatorischen Voraussetzungen stimmen bzw. eine vollständige Kostenübernahme erfolgt. Hierzu haben wir erst in der vergangenen Woche ein Gespräch mit dem zuständigen Bundeswirtschaftsministerium und der Bundesnetzagentur geführt, um die letzten offenen Fragen zu klären. Selbst der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier, hatte sich eingeschaltet und klargestellt, dass Kompaktmasten einen wichtigen Beitrag zur Akzeptanzsteigerung der Energiewende leisten können und die Bundesregierung unser geplantes Pilotprojekt zu 100 Prozent unterstützt.

Offenbar fehlt Tennet der Mut und Wille, dieser Technologie auch in Deutschland eine Chance zu geben – im Unterschied zu den anderen deutschen Netzbetreibern, die entweder schon ein Projekt mit Kompaktmasten umgesetzt haben oder aktuell planen. Die nachträglich vorgebrachten technischen Bedenken überzeugen mich nicht, da Tennet diese Mastsysteme in den Niederlanden flächendeckend seit 2011 einsetzt.

Auch wenn mir bewusst ist, dass Kompaktmasten mehr kosten als konventionelle Stahlgitterkonstruktionen und vielleicht aufwändiger zu bauen sind, wäre ihr Einsatz eine echte Alternative für den Netzausbau im Oldenburger Münsterland und ein Signal an die Menschen, dass ihre Bedenken und Vorschläge ernst genommen werden. Das jetzige Ergebnis ist daher ein Schlag ins Gesicht für alle, die wie ich seit vielen Monaten intensiv an einer konstruktiven Lösung gearbeitet haben.

Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen.“

Nach oben