Equal Pay Day 2018

Gleiche Bezahlung bedeutet Wertschätzung und Anerkennung

Anlässlich einer heute im Deutschen Bundestag stattfindenden Debatte zum Equal Pay Day am 18. März 2018 erklärt die CDU-Bundestagsabgeordnete Silvia Breher:

„Die gute Nachricht zuerst: Die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen gehen langsam, aber stetig zurück. Laut statistischem Bundesamt verdienen Frauen bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit pro Stunde durchschnittlich noch etwa sechs Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. 

Es ist deshalb richtig, dass wir den jährlichen Equal-Pay-Day dafür nutzen, um weiter auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen und um eine gleiche Entlohnung von Frauen und Männern konsequent und selbstbewusst einzufordern. Wichtig bleibt dabei aber, dass alle Seiten auf übertriebene Skandalisierungen und mutwillige Klassenkämpfe verzichten. So ist es nicht zielführend, Äpfel mit Birnen gleichzusetzen und dazu beispielsweise das Gehalt einer Sachbearbeiterin dem Gehalt eines Vorstandsvorsitzenden gegenüberzustellen. Tätigkeit und Verantwortung müssen vergleichbar sein.

Beim Thema Entgeltgleichheit müssen vor allem öffentliche Institutionen mit gutem Beispiel vorangehen. Es gibt keinen Grund, warum der Stundenlohn einer Angestellten im öffentlichen Dienst geringer sein sollte, als der ihrer männlichen Kollegen – egal ob in Teilzeit oder Vollzeit. Gleiches gilt im Übrigen auch für Männer, wenn sie sich bewusst dafür entscheiden, in Teilzeit zu arbeiten, um mehr Zeit für die Betreuung ihrer Kinder oder die Pflege eines Angehörigen zu haben.

Ein wichtiger Schritt ist zudem die gezielte Förderung von Frauen in den sogenannten MINT-Berufen. Hier geht es nicht nur um den Abbau von Vorurteilen und eine passgenaue Berufsberatung, sondern auch um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hier sind Politik und Privatwirtschaft gleichermaßen gefordert, schließlich werden qualifizierte Fach- und Führungskräfte händeringend gesucht.

Im Kern geht es beim Abbau von geschlechtsspezifischen Lohnungleichheiten aber um Wertschätzung und Anerkennung. Insbesondere in Berufen wie der Pflege oder der Kindererziehung, in denen vorrangig Frauen arbeiten, müssen Arbeitsleistung und Belastungen mehr wertgeschätzt und besser finanziell honoriert werden.

Durch diese verschiedenen Maßnahmen kann es gelingen, die Lohnschere weiter zu schließen und mehr Chancengleichheit für Frauen auch in den bisher besonders problematischen Bereichen Vermögensbildung und Altersversorgung zu verwirklichen.“ 

Hintergrund: Der Equal Pay Day markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied (Gender Pay Gap), der laut Statistischem Bundesamt unbereinigt aktuell 21 Prozent in Deutschland beträgt. Umgerechnet ergeben sich daraus 77 Tage und das Datum des 18. März 2018. Mithilfe des unbereinigten  Gender Pay Gap wird auch der Teil des Verdienstunterschieds erfasst, der durch schlechtere Zugangschancen von Frauen hinsichtlich bestimmter Berufe oder Karrierestufen verursacht wird, die möglicherweise ebenfalls das Ergebnis benachteiligender Strukturen sind. Der bereinigte Gender Pay Gap, der bei der letzten Messung sechs Prozent betrug, misst hingegen den Verdienstabstand von Männern und Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien.[1]



[1] Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 099 vom 15.03.2018 unter https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2018/03/PD18_099_621.html

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